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Atlantikstraße, Trollstigen, Adlerstraße und Stegastein: unsere Tipps für Norwegens bekannteste Straßen

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Auf unserer Rundreise durch Südnorwegen im Sommer 2019 waren die Straßen selbst ein großer Teil des Urlaubs. Die vier bekanntesten sind wir an drei Tagen hintereinander gefahren. Hier erzählen wir, wo sich ein Halt lohnt und worauf du achten solltest.

Die Atlantikstraße

Von Kristiansund aus fährst du durch den Atlantiktunnel und dann auf der Straße 64 über Bremsnes. Nach weiteren 20 Kilometern biegst du rechts auf den Atlanterhavsveien ab. Die Straße ist gut 8 Kilometer lang und schlängelt sich über 8 Brücken zwischen kleinen Inseln und Schären hindurch. In Norwegen wurde sie zum Bauwerk des Jahrhunderts gewählt.

Wir haben an drei Parkplätzen angehalten:

  • Håholmen: Von hier bist du in ein paar Schritten oben auf dem kleinen Hügel der Insel Geitøya und schaust auf die Fischersiedlung Håholmen. Wenn du über die Straße gehst und oberhalb vom Wohnmobilparkplatz hochläufst, siehst du schon die Storseisund-Brücke.
  • Lyngholmen: Hier gibt es Toiletten, ein Café und einen Rundweg, der über eine Metallbrücke am Meer entlang um die Insel führt. Unterwegs steht eine riesige Krabbe aus angespültem Plastikmüll, faszinierend und erschreckend zugleich. Von diesem Weg aus hast du den besten Blick auf die Storseisund-Brücke.
  • Skipsholmen: direkt hinter der Storseisund-Brücke, mit Blick auf die Brücke von der anderen Seite. Auf den Brücken danach stehen viele Angler.

Das Schönste an der Atlantikstraße war für uns aber die Fahrt über die Storseisund-Brücke selbst. Wie es sich anfühlt, diese riesige Brücke mitten in der wilden Natur langsam hochzufahren, kann man kaum beschreiben.

Storseisund-Brücke an der Atlantikstraße

Danach sind wir weiter Richtung Molde gefahren und haben dort die Fähre nach Vestnes genommen.

Die Trollwand und der Trollstigen

Von Ålesund sind wir zuerst zur Trollwand gefahren, das sind etwa 120 Kilometer und zwei Stunden. Sie ist die höchste Steilwand Europas, allein der senkrechte Teil ist rund 1.000 Meter hoch. Gesehen haben wir davon leider fast nichts, der Nebel hing bis ganz unten. Am Besucherzentrum gibt es eine Aussichtsplattform, eine Ausstellung, eine Cafeteria und einen Laden mit Troll-Souvenirs. Auf dem Parkplatz steht ein großer Troll für Fotos und eine Gedenktafel für alle, die beim Klettern oder Basejumpen an der Wand ums Leben gekommen sind.

Zum Trollstigen fährst du etwa 6 Kilometer auf der E136 zurück und biegst links auf die FV63 ab, über eine einspurige Brücke über die Rauma. Bis zum Fuß des Berges zieht sich die Fahrt, weil die Straße eng ist und sich Autos, Motorräder und Reisebusse an den engen Stellen begegnen.

Kurz bevor es hochgeht, gibt es ein paar Parkplätze. Halt da an, von unten siehst du die elf Haarnadelkurven und den Stigfoss, der direkt daneben den Berg hinunterdonnert. Hoch ging es bei uns im Gänsemarsch, weil die Busse in den Kurven weit ausholen müssen. An der einspurigen Steinbrücke über den Stigfoss stehen sogar Leute mit Walkie-Talkies und regeln, wer fahren darf.

Oben am Besucherzentrum gibt es Toiletten, ein paar Läden und ein Restaurant. Über einen Steg kommst du zu den Aussichtsplattformen. Wir hatten Angst, dass wir im Nebel nichts sehen. Aber je näher wir den Plattformen kamen, desto mehr hat er sich gelichtet, und dann lagen die Serpentinen frei vor uns. Wer hier nicht herkommt, verpasst wirklich etwas.

Die Adlerstraße und Geiranger

Vom Trollstigen aus folgst du der FV63 weiter und nimmst in Linge die Fähre nach Eidsdal. Von dort sind es knapp 20 Kilometer bis zur Adlerstraße, dem Ørnevegen, die sich mit elf Serpentinen zum Geirangerfjord hinunterschlängelt.

Halt unbedingt an der obersten Serpentine, dem Ørnesvingen. Von der Plattform siehst du den Geirangerfjord, den Ort Geiranger und die Wasserfälle „Sieben Schwestern“. Bei Sonne bekommst du hier Fotos wie auf einer Postkarte. Der Parkplatz ist allerdings gut besucht, wir hatten Glück mit einem freien Platz.

Blick vom Aussichtspunkt Ørnesvingen auf den Geirangerfjord

Unten in Geiranger gibt es ein Besucherzentrum mit Toiletten und Café. Rechts daran vorbei geht ein Weg am Fluss entlang zu einer Plattform am Storfossen und dann weiter nach unten, immer neben dem rauschenden Wasser.

Richtung Dalsnibba geht es dann noch mal etwa 20 Kilometer und rund 1.000 Höhenmeter über enge Serpentinen und Brücken nach oben, mit tollem Blick zurück auf die Adlerstraße. An der Mautstation zum Dalsnibba standen wir eine Viertelstunde, ohne dass ein einziges Auto durchgelassen wurde. Weil wir noch bis Ørsta mussten, haben wir schweren Herzens umgedreht. Wenn du hochwillst, plan also Wartezeit ein.

Der Stegastein über dem Aurlandsfjord

Von der Stabkirche Borgund aus sind wir durch den knapp 25 Kilometer langen Lærdalstunnel gefahren. Die andere Möglichkeit wäre der längere Weg über die FV243 durchs Hochland gewesen.

Am Ende des Tunnels biegst du von der E16 auf den Skulevegen ab, der in die Serpentinenstraße Bjørgavegen übergeht. Sie ist einspurig, hat nur wenige Ausweichstellen und ist an vielen Stellen nur mit Felsbrocken statt Leitplanken gesichert. Da waren wir zwei uns nicht einig: Der Fahrer hätte gern noch viele Kilometer so weitergemacht, auf dem Beifahrersitz war die Angst dagegen riesig.

Einig waren wir uns dann beim Ausblick. Die Plattform Stegastein ragt 650 Meter über dem Aurlandsfjord etwa 30 Meter weit über den Hang hinaus. Für diesen Blick würden wir jederzeit wieder einen Umweg fahren.

Blick von der Aussichtsplattform Stegastein auf den Aurlandsfjord

Danach hatten wir noch knapp 200 Kilometer und drei Stunden bis Bergen vor uns. Fahr also nicht zu spät am Tag hoch.

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