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Norwegen abseits der Highlights: unsere 9 schönsten Abstecher

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Trollstigen, Geirangerfjord und Preikestolen stehen in jedem Reiseführer. Auf unserer Rundreise im Sommer 2019 haben uns aber oft die Orte am meisten begeistert, die wir gar nicht geplant hatten oder an denen außer uns kaum jemand war. Hier sind unsere liebsten Abstecher, so wie sie auf unserer Route lagen.

1. Die Glaskathedrale in Hamar

Hamar liegt etwa anderthalb Stunden nördlich von Oslo an der E6, direkt am Mjøsa, dem größten See Norwegens. Auf dem Gelände des Freilichtmuseums Hedmark steht die Ruine des alten Doms, den die Schweden im Krieg zerstört haben. Heute steht über der Ruine ein Dach aus Stahl und Glas. Weil die Akustik darunter so gut ist, finden dort auch Konzerte statt.

Überlaufen war es bei uns überhaupt nicht. Von außen kannst du dir die Kirche kostenlos anschauen, aber wenn die Sonne scheint, spiegelt das Glas ziemlich stark. Wir haben das Kombiticket für Domkirche und Museum in der alten Bischofsburg genommen, damals 80 Kronen, nur die Domkirche hätte 50 gekostet. Das Museum lohnt sich vor allem, weil der moderne Rundgang so schön mit der alten Burg verschmilzt. Einen Flyer gibt es sogar auf Deutsch.

Ruine der Domkirche Hamar unter dem Dach aus Stahl und Glas

2. Der Henfallet

Auf dem Weg von Røros nach Trondheim haben wir ein braunes Schild zum Henfallet gesehen und sind einfach abgebogen. Mit 90 Metern ist er der höchste Wasserfall in Sør-Trøndelag.

Zuerst fährst du über eine einspurige Holzbrücke über die Tya. Links siehst du dabei schon den kleineren Kvernfossen. Hinter der Brücke geht ein Forstweg los, etwa 8 Kilometer lang, einspurig, mit Schotter und tiefen Schlaglöchern. Wir wären fast umgedreht, weil das gar nicht nach Mietwagen aussah. Zum Glück sind wir weitergefahren. Auf der ganzen Strecke ist uns nur ein einziges Auto entgegengekommen.

Am Ende gibt es einen kleinen Parkplatz mit Grillplatz, und das Rauschen hörst du schon von dort. Ein paar Meter weiter kommst du zur Aussichtsplattform. Außer uns waren nur zwei Männer da, die mit Blick auf den Wasserfall gefrühstückt haben. Mit Hin- und Rückweg auf dem Forstweg haben wir gut eine Stunde gebraucht, und danach waren wir ganz froh, wieder Asphalt unter den Reifen zu haben.

Wasserfall Henfallet zwischen Kiefern im Wald

3. Die Felsritzungen von Leirfall

Etwa 50 Kilometer östlich von Trondheim, bei Hegra, liegen die Felsritzungen von Leirfall. Auf vier Felsflächen sind rund 1.200 Figuren aus der Bronzezeit eingeritzt: Menschen, Tiere, Boote und jede Menge Fußabdrücke. Es ist eines der größten Felder mit Felsritzungen in Nordeuropa. Wenn man überlegt, wie alt die Bilder sind und mit wie einfachem Werkzeug sie gemacht wurden, ist das schon beeindruckend.

Ganz leicht zu finden sind sie nicht. Von Hegra fährst du etwa 4,5 Kilometer auf der E14 nach Osten und biegst links auf die FV28 ab. Kurz danach geht es noch mal links ab, und zwar ohne Schild. Es sieht erst mal nicht so aus, als käme da noch was. Nach knapp einem Kilometer Feldweg bist du aber an einem kleinen Waldparkplatz, und von dort führt ein schmaler Pfad den Hügel hoch. Wir waren auch hier ganz allein und haben ungefähr eine halbe Stunde gebraucht.

Felsritzungen aus der Bronzezeit in Leirfall, darunter ein Boot

4. Der Bautastein in Kristiansund

Kristiansund ist auf vier Inseln verteilt. Auf Innlandet, der kleinsten, stehen die ältesten Häuser der Stadt, die den Krieg überstanden haben. Von dort kannst du zum Bautastein hochlaufen. Er erinnert an eine Schlacht im Hafen während der Napoleonischen Kriege. Der Stein selbst ist nicht besonders spannend, aber von dort oben siehst du über alle Inseln der Stadt bis aufs Meer.

Verlass dich auf dem Weg bloß nicht auf Google Maps, damit sind wir nicht angekommen. Vom Thon Hotel aus gehst du die Fiskergata entlang und biegst rechts in die Thomas Aasgaards gate ab. Die läufst du bergauf um eine Linkskurve herum und biegst dann in den Skanseveien ein. Nach ein paar Metern geht rechts ein schmaler Trampelpfad hoch, ab da ist der Weg auch ausgeschildert.

Blick über bunte Holzhäuser auf Innlandet und das Wasser in Kristiansund

5. Die Rosenkirche in Stordal

Stordal liegt etwa 50 Kilometer östlich von Ålesund, für uns war das ein kleiner Umweg. Der hat sich aber mehr als gelohnt. Von außen sieht die Stordal Gamle Kirke ganz unscheinbar aus. Drinnen sind Wände, Decke und Säulen komplett mit bunten Malereien bedeckt, daher auch der Name Rosenkirche. Außer uns waren gerade mal zwei andere Leute da. Der Eintritt hat 50 Kronen gekostet, und die Dame am Eingang hat uns ganz geduldig alles über die Kirche erzählt.

Bemalte Säulen und Wände im Inneren der Rosenkirche in Stordal

6. Die Schlucht Gudbrandsjuvet

Etwa 20 Kilometer hinter dem Trollstigen haben wir uns gewundert, warum an einer kleinen Brücke so viele Autos stehen. Also haben wir auch angehalten. Ein Glückstreffer: Die Valldøla drängt sich hier durch eine enge Felsschlucht und hat in Tausenden von Jahren tiefe Löcher und seltsame Formen in den Stein gespült. Ein kurzer Rundweg mit Aussichtsplattformen führt direkt über das Wasser, das ein paar Meter unter deinen Füßen vorbeidonnert.

Wasser stürzt durch die enge Felsschlucht Gudbrandsjuvet

7. Der Hornindalsvatnet

Auf der E39 von Ørsta Richtung Stryn kommst du nach einem Tunnel an den Hornindalsvatnet. Mit 514 Metern ist er der tiefste See Europas. Weil kein trübes Gletscherwasser hineinfließt, gilt er außerdem als klarster Binnensee im Norden. Für einen kurzen Fotostopp lohnt es sich auf jeden Fall.

8. Der Bøyabreen am Fjærlandstunnel

Von Skei aus sind wir auf der Straße 5 Richtung Lunde gefahren. Kurz vor dem Fjærlandstunnel liegt rechts ein Parkplatz, an dem man leicht vorbeifährt. Halt da an. Richtung Tal siehst du den Jølstravatnet, Richtung Berg ein Stück vom Lundebreen, einer Gletscherzunge des Jostedalsbreen.

Das eigentliche Highlight kommt aber direkt hinter dem Tunnel. Da geht links eine schmale Straße ohne Schild zu einem Parkplatz ab. Wir sind natürlich erst vorbeigefahren und haben dann umgedreht, als wir gesehen haben, was wir da verpasst hatten. Über dem Tal hängt der Bøyabreen, ein riesiger Gletscher, gegen den der Lundebreen davor winzig wirkt. Ein kurzer Fußweg führt an einer kleinen Gaststätte vorbei zu einem Gletschersee. Im Tal liegen Felsbrocken, so groß wie kleine Häuser. Bei Sonne fällt es richtig schwer, da wieder wegzufahren.

9. Der Steinsdalsfossen

Kurz vor Norheimsund am Hardangerfjord liegt der Steinsdalsfossen. Mit 30 Metern ist er nicht besonders hoch. Weil das Wasser aber über einen Felsvorsprung fällt, kannst du auf einem Weg hinter dem Wasserfall durchlaufen. Der Fluss darunter ist eher ruhig, über die Steine kommst du ein ganzes Stück ins Flussbett hinein.

Steinsdalsfossen, von der Seite gesehen

Und noch zwei Wasserfälle am Straßenrand

Etwa 16 Kilometer, nachdem du von der Straße 63 auf die Straße 15 Richtung Stryn abgebogen bist, kommt der Øvstefoss. Ein angelegter Weg führt ein Stück am Wasserfall entlang nach unten. Ganz vorne an den Plattformen bekommst du die besten Fotos, aber auch die volle Gischt ab.

Wasserfall Øvstefoss, der über Felsstufen stürzt

Am Låtefossen südlich von Odda stürzen zwei Wasserfälle nebeneinander bis zu 165 Meter in die Tiefe. Parkplätze gibt es dort nur wenige. Wenn der Fluss gerade wenig Wasser führt, kannst du ins Flussbett hinuntersteigen. Von dort hatten wir den schönsten Blick.

Zwillingswasserfall Låtefossen mit der alten Steinbrücke davor

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